Marita Pletter, PNP, August 2018
Als die vielen Besucher sich von den Sitzen erhoben und auf dem schmalen Weg in die Pause gemacht hatten, den die Stuhlreihen im lang gestreckten Wintergarten der Spielbank freilassen, da meinte einer der Musiker: „Bleiben Sie uns treu.“ Er hoffte, in launigem Tone, das Publikum vollzählig in 20 Minuten wiedersehen zu dürfen. Keine Sorge! Alle kamen gerne zurück. Denn sie waren wirklich brillant, die Mitglieder dieses Jazz-Ensembles „Triority“, wie der Name bereits vermuten lässt: eines dreiköpfigen Klangkörpers, drei junge Männer, die sich seit ihrer Studienzeit an der Musikhochschule Würzburg kennen und zusammen als kleine Jazz-Band, qualitativ ganz groß, ihre jeweiligen Instrumente zelebrieren: am Klavier Frank Adelt; am Kontrabass Janosch Korell; am Schlagzeug Maximilian Ludwig.
„Jazz für die Seele“ titelte die sommerabendliche Veranstaltung der Kulturbühne. Ganz unprätentiös präsentierten sich die drei Herren und ihre Musik: verhalten im Habitus, im ganzen Auftritt. Da berührte offensichtlich die still lauschenden Besucher die leise Art, abseits jeder überflüssigen Geste, ohne jeden Firlefanz, wie die drei Musiker ihn zelebrierten: diesen sanften, ernsten Jazz, Musik von Chick Corea, von Charlie Parker, Richie Beirach und und. Der Titel des Abends „Jazz für die Seele“ hätte wohl niemandem unter den Besuchern als übertrieben erscheinen dürfen. Neben dem musikalischen Können schienen jedenfalls dem Gefühl die drei Jazz-Instrumentalisten absolute Priorität eingeräumt zu haben.
Das Repertoire reicht vom klassischen Swing bis zu modernen Jazzstücken. „Für eine Reise durch die Geschichte des Jazz“ stehe das Programm des Trios. Darüber hatte bereits zu Beginn des Abends, als Vertreterin der Spielbank, Ursula Gnan, die Gäste in Kenntnis gesetzt im Kontext ihrer Willkommensrede. Mit ebenso herzlichen Dankesworten und kleinen Gastgeschenken an die Musiker des „Triority“ hatte sie zum Schluss das Ensemble verabschiedet – unter frenetischem Applaus des Publikums, das denn ab und an geradezu ergriffen schien, etwa in Anhörung des Stücks „My one and only love“, Ballade von Guy Wood; oder auch bewegt im Anschluss an die Zugabe: nämlich Charlie Parkers „Billies Bounce“. Von Charlie Parker auch komponiert: „My little Suede Shoes“. Die Füße in den Schuhen manch eines Konzertbesuchers konnte man wippen sehen, manch eine Schulter, mancher Kopf bewegte sich im Rhythmus. Melodien voller Melancholie betteten die extrovertierte Literatur des Jazz.